Impfungen:

 

http://www.tisani-verlag.de/Tierimpfungen.pdf

 

http://www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/die-impfung-von-haustieren-ein-institutionalisiertes-verbrechen

 

http://www.artgerecht-tier.de/kategorie/hunde/beitrag/teil-1-impfungen-wirksam-oder-nicht.html

 

http://www.wsava.org/guidelines/vaccination-guidelines

 

https://www.facebook.com/download/217936861703377/Impfsch%C3%A4den.doc

 

https://www.facebook.com/download/631121263582650/Wie-wird-eigendlich-ein-Impfstoff-hergestellt.pdf

 

 

 

 

Natürliche Entwurmung und Prophylaxe:

 

Kamala (Fruchthaarpulver der Malottus philipinesis)

wird heutzutage seltener als Wurmkur verwendet; trotzdem gute Anwendung und ausgezeichnete Wirkung; abführende Wirkung; zu Beginn dem Hund reduzierte Mahlzeiten geben, das Kamalapulver mit wenig Flüssigkeit anrühren, so dass ein Brei entsteht und dem Hund sofort eingeben (unters Futter mischen möglich), normalerweise wird es nur einmal gegeben, aber wenn nötig, nach einer Woche wiederholen.Dosierungsempfehlung: kleine Hunde 2g (ca 1/2 TL), mittlere Hunde 5g (ca 1 TL), großer Hund 8g (1,5 TL) 

 

Karotten (Möhren)

bei täglicher Fütterung von pürierten Karotten, weitgehender Schutz vor Würmern; ätherische Öle der Karotte wirken lähmend auf Würmer, so das sie ausgeschieden werden können. Soll mit einer Kotprobe nachgewiesen werden, dass der Hund unter Wurmbefall leidet, so gibt man ihm ein paar Tage vorher vermehrt Karotten. Die meisten Hunde mögen Karotten sehr gern, sie können auch als Saft oder pulverisiert (Karottensamen) gegeben werden. 

 

Knoblauch

Knoblauch hilft gegen Pilze, Bakterien und Viren

 

Kokosfett (Kokosraspel, Kokosöl)

wurmwidrig und zur Prophylaxe; Kokosraspeln: hoher Gehalt an Ballaststoffen, wirkt leicht abführend; Stoffe in der Kokosnuss können sogar bei Befall des Darms mit Candida albicans helfen.Kokosfett: kann ausgezeichnet bei Welpen zur Wurmbehandlung prophylaktisch eingesetzt werden, hierbei ausschließlich kaltgepresstes Kokosöl zum Einsatz bringen.Dosierungsempfehlung: Je nach Größe des Hundes 1/2 TL bis 1 EL, täglich über einen längeren Zetraum geben.

 

Kürbiskerne

besonders wirksam sind geschälte Kürbiskerne; wurmwidrig; gepulvert oder als Brei angerührt, dazu mit Buttermilch oder Konig pürieren und mind. 1x die Woche füttern, geschälte stark zerkleinerte Kerne dürfen ebenfalls täglich in kleineren Mengen ins Futter. 

 

Propolis

leistet hervorragende Dienste in der Wurmbehandlung; Anwendung prophylaktisch oder bei leichtem Wurmbefall, da sie das Darmilieu verändert; stärkt außerdem das Immunsystem.Propolisentwurmung: Zur Entwurmung ist es nötig die Propolis Urtinktur zu verdünnen, da sie zuviel Alkohol enthält. Dazu 1ml der Tinktur auf einen halben Liter Wasser geben, in ein dunkles Gefäß füllen und im Kühlschrank lagern. Von dieser Verdünnung dem Hund täglich, über einen Zeitraum von 1 Woche, 1TL pro 10kg Körpergewicht verabreichen. Diese Kur kann in Abständen von mehreren Wochen wiederholt werden. 

 

Ananas und Papaya

ihre Enzyme wirken nicht nur bei der Verdauung positiv, sie können auch wirksam gegen den Wurmbefall beim Hund sein. Achtung: Papayasamen sind sehr scharf!

 

Portulak

frisch gepresster Saft mit dem Entsafter, ist wirksam gegen Würmer, besonders Hakenwürmer

 

Wermutkraut (Beifuss)

 Blüten, fein gepulvert 1-3 TL ins Futter 

 

Bachblüte Crab Apple

 als Wurmprophylaxe, wird als Reinigungsblüte bezeichnet, täglich wenige Tropfen mit Apfelessig verdünnen

 

echter Schwarzkümmel

wurmwirksam, pulverisiert in die Mahlzeit, tötet Würmer wirksam ab

 

Fenchel, Ingwer, Thymian

sind ebenfalls wurmbekämpfend und können beigefüttert werden.

 

Quelle: http://www.cheyennevommoehnesee.de/ernaehrung_wuermer_%20u._%20entwurmung.htm

 

 

 

 

 Nützliche Tips bei Giardien:

 

 http://www.barfers.de/giardien.html

 

 

 

 

Kokosöl als Zeckenmittel

 

Man sollte natives Kokosöl aus dem Bioladen verwenden, es kostet durchschnittlich 5,- pro 200 Gramm.

Es ist fest, verflüssigt sich aber bei ca. 25°C. Also auch in der Hand.

Man nimmt pro Körperpartie etwa eine Haselnussgroße Portion in die Hand, verreibt sie und streicht sie dann über den Körper.

Das macht man die ersten zwei Wochen täglich. In dieser Zeit kann es noch zu vereinzelten Andockmanövern kommen.

Nach den ersten zwei Wochen reicht ein Abstand von 3-4 Tagen, geht der Hund ins Wasser lieber öfter.

Am besten direkt vor dem Gassigehen, denn es schmeckt ihnen sehr gut, beim laufen sind sie dann aber gut abgelenkt.

Apropos schmecken, oral verabreicht ist Kokosöl wurmtreibend, besser als jede "prophylaktische" Wurmkur also.

Ist der Hund übrigens speckig nach dem auftragen, dann wars zu viel ;-)

Es ist die Laurinsäure, die die Zecken "abstößt". Hat man in den ersten beiden Wochen ordentlich gearbeitet, dann verbleiben die Zecken nicht mal mehr auf dem Hund.

 

 

 

 

Die Entgiftung beim Hund , wie funktioniert das & wofür?

 

http://www.tierheilkundezentrum.de/kranke-hunde-kranke-katzen-kranke-kleintiere/entgiftung-stoffwechsel-hautstoffwechsel-darmsanierung-hunde-katzen/

 

 

 

 

BARF = Biologisch Artgerechtes Rohes Futter

 

http://www.barfers.de/index.html

 

http://www.barf-fuer-hunde.de/

 

 

 

 

 Das sollte nicht auf der Futterpackung stehen!

     

Füllstoffe in großen Mengen:

Getreide, Soja, Mais. Die meisten Füllstoffe sind minderwertig, für Hund und Katze kaum verwertbar, belasten die Verdauung.

 

Geflügelmehl:

Schnäbel, Krallen, Federn

 

Muskelfleisch:

Fleisch in Lebensmittelqualität, zu wertvoll fürs Futter

 

Pflanzliche Nebenerzeugnisse, Bäckereierzeugnisse, Molkereierzeugnisse

 

Zucker, Saccharin (Süßstoff E954), Melasse, Karamell:

geschmacksverstärkend, macht dick, schlecht für die Zähne

 

Künstliche Antioxidantien BHA (E320), BHT (E321):

leberschädigend, karzinogen; unbedenkliche Antioxidantien sind Ascorbinsäure, Vitamin E (tocopherole)

 

Propylenglykol:

Frostschutzmittel, Konservierungs-, Feuchtigkeits- und Süßstoff; für Katzen giftig, in "halbfeuchtem" Hundefutter erlaubt, aber umstritten.

 

Öle und Fette ohne Spezifizierung

 

Knoblauch:

schon in kleinen Mengen giftig für Hunde und Katzen

 

Alleinfutter:

kaum einem Hersteller gelingt es, sein Futter optimal abzustimmen; wenn man das falsche Alleinfutter nimmt, können dauerhafte Schäden die Folge sein

 

Quelle: welt.de

 

 

 

 

 Moro'sche Karottensuppe - gegen Durchfall

Bei bakteriell bedingtem Durchfall (stark wässrig und anhaltend, also mehr als ein mal in Folge) empfiehlt sich die

"Moro'sche Karottensuppe"

 

Anhaltender Durchfall ist vor allem bei jungen oder kleinen Hunden gefährlich.

Aufgrund des hohen Wasser- und Mineralstoffverlustes kann es schnell zu lebensbedrohlichen Situationen kommen.

 

Ein wichtiges Hausmittel:

Die Moro'sche Karottensuppe.

Diese Suppe wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem Münchner Kinderarzt Ernst Moro entwickelt und mit großem Erfolg gegen die hohe Kindersterblichkeit infolge Durchfallerkrankungen eingesetzt. 

 

Hierzu 500g geschälte Karotten in 1 l Wasser eine Stunde kochen.

(Anmerkung weil immer wieder Nachfragen kommen: die Suppe reduziert sich dabei von anfänglich 1,5 auf deutlich unter 1 Liter)

 Anschließend durch ein Sieb streichen oder pürieren.

Mit Wasser wieder auf die Menge von 1l auffüllen.

Zum Schluss einen gestrichenen Teelöffel Salz hinzufügen (3g).

 

Diese Suppe verteilt man auf 4 oder 6 Portionen und gibt die seinem Hund >statt< der normalen Mahlzeiten.

 

So wirkt es:

Spezielle Kohlenhydrate, Oligogalacturonsäuren, die in Karotten (aber auch Äpfeln, Preiselbeeren oder Heidelbeeren) vorkommen, entstehen erst beim Kochen oder Reiben dieser Lebensmittel.

(Bei Karotten entstehen sie erst durch das lange Kochen, die Kochzeit von 1 Stunde darf dabei zwar leicht überschritten, aber nicht unterschritten werden!)

 Diese können sich anstelle der Bakterien an Rezeptoren der Darmwand anheften, an die normalerweise Krankheitserreger andocken.

Können die Bakterien sich nicht an die Darmschleimhaut anheften, bilden sie keine Giftstoffe, werden ausgeschieden und der Durchfall wird besser.

 

Manche empfehlen die Suppe auch zum Beginn einer Sanierung der Darmflora, wenn immer wieder einzelne, aber nicht lang anhaltende Durchfälle auftreten.

In diesem Fall gibt man die Suppe über 2 bis 3 Tage zum normalen Futter mit dazu.

 

 

 

 

 Eis an den Pfoten vermeiden....

Bei dem fantastischen Schnee bilden sich je nach Fell schnell dicke Klumpen an den Hundepfoten, die von hinderlich bis zu schmerzhaft (zwischen den Ballen) seinkönnen.
Am einfachsten ist es, die Pfoten und die Beine beliebig weit hoch vor dem Spaziergang einzufetten. So bleibt kein Schnee hängen.

Dafür kann Öl, Butter, Vaseline und Melkfett genommen werden, wobei zu bedenken ist, dass Vaseline und Melkfett Abfallprodukte der Erdölindustrie sind - nicht so prickelnd, wenn das der Hund ableckt. Bei Oliven, Raps- oder Kokosöl ist das wiederum sogar gesund

 

 

 

Ein Hausmittel: Sauerkraut!

 

Hunde, vor allem aber Welpen, stopfen in ihrem Übermut so einiges in sich hinein, was sie auf der Straße finden. Nicht alles ist aber dafür geeignet, ins Hundemaul und vor allem in den Hundedarm zu gelangen. So ein Fremdkörper im Darm kann ganz schön Ärger machen und im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss führen. Daher sollte man seinen Liebling, wenn man glaubt, er habe etwas Unrechtes verschlungen, in den nächsten Tagen genau beobachten.

Kann er ganz normal Kot absetzen, frisst er mit gewohntem Appetit? Prima, dann ist alles in Ordnung und man braucht sich keine Sorgen zu machen. Alarmzeichen allerdings sind, wenn der Hund sehr müde und matt wird und sich erbricht oder versucht zu erbrechen. Und: Wenn er keinen Kot absetzen kann. Dann sollte man ganz, ganz schnell zum Tierarzt gehen, denn so ein Darmverschluss kann lebensbedrohlich sein. In so einem Fall muss schnellstens gehandelt werden, damit nicht Teile des Darms absterben. Daher: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Tierarzt gehen!

Hat der Hund kleine Teilchen verschluckt, zum Beispiel winzige Kieselsteinchen oder kleine Partikel von Plastikspielzeug, kann man vorbeugend eine Reis-Diät geben, um die Fremdkörper aus dem Hundekörper zu schleusen. Also einfach Reis kochen und mit Hüttenkäse vermengen und dem Hund servieren. Diese Schonkost ist Balsam für den ohnehin schon geplagten Darm.

Auch ein altes Hausmittel hilft, kleine Fremdkörper so schnell wie möglich durch den Darm zu schleusen: Füttern Sie Ihrem Hund Sauerkraut! Dieses "umwickelt" die kleinen Teilchen und schleust sie ganz schnell wieder aus dem Darm. 

 

Manche Hunde finden Sauerkraut übrigens so lecker, dass sie es pur fressen. Man braucht sie gar nicht lange zu überreden! Falls Dein Vierbeiner nicht dazu gehört, dann mische doch einfach gekochte Pute unter das Gemüse. Dann "flutscht" die Kost viel leichter und schmeckt dem Hund prima, wie hier Hund Biene bei ihrer "Sauerkraut-Diät"

 

In jedem Fall gilt: So eine die Verdauung anregende Nahrung ist nur zur Unterstützung gedacht und soll in keinem Fall den Tierarztbesuch ersetzen. Manchmal erweist sich die Sauerkraut-Mahlzeit aber als sehr wirkungsvoll: So kam so manche kleine Wurstpelle gut verpackt wieder raus, ohne Schwierigkeiten zu machen. Deshalb raten auch viele Tierärzte in so einem Fall zu Sauerkraut. Eine Alternative, beim Tierarzt erhältlich, um den Darm "rutschig" zu machen und Fremdkörper durchzuschleusen, ist Parafin-Öl. Auch hier kann der Veterinär beraten, wann die Gabe von Parafin-Öl notwendig und sinnvoll ist. Dennoch sollte man immer ein wachsames Auge auf seinen Hund haben, wenn man mit ihm durch die Straßen geht, und auch, wenn er dazu neigt, sein Spielzeug zu zerfetzen! Sicher ist sicher! 

 

 

 

 

Giftige Leckerli für Hunde

 http://www.petfindu.com/de/blog/achtung-diese-6-leckerli-koennen-deinen-hund-toeten/

 

 

 

 

Hunde anleinen! Was ist daran so schwer zu verstehen?

Da bitten Sie jemanden, er oder sie möge doch ihren Hund anleinen – oder zumindest zu sich heran rufen. Und was passiert? Nichts. Oder Sie hören die Frage: “warum?”

Eine Frage des Anstandes

Wenn jemand bittet, ich möge meinen Hund anleinen – dann tu ich das. Punkt. Ich mache es einfach. Ich rufe den Hund heran, und leine ihn an. Und wissen Sie, warum ich das tue? Weil ich gebeten wurde und weil ich keine Ahnung habe, was hinter dieser Bitte steckt – wenn es mich interessiert, kann ich fragen. Nachdem ich ihn angeleint habe.

Dumm gelaufen – selber schuld

Die Situation ist nicht erfunden – sie liegt nur schon länger zurück. Eine Frau läuft mit ihrem Hund – ein großer Hund – an der Leine durch den Wald. Eine ältere Frau mit unangeleintem Hund, auch groß, kommt ihr entgegen . Die erste bittet höflich darum, sie möge bitte den Hund anleinen, worauf die zweite der Bitte a) nicht nachkommt und b) “warum?” fragt und c) weitergeht. Natürlich läuft der zweite Hund zum angeleinten, worauf sich der entweder bedrängt oder provoziert fühlt – auf jeden Fall knallt es kurz und heftig, und der unangeleinte schreit auf, rast weg und war erst Mal nicht mehr gesehen. “Darum” sagte die Frau zu recht – und kümmert sich nicht um das Gezetere der anderen. Und recht hat sie. Passiert ist nix, aber es hätte was passieren können – und warum zum Geier lässt man einen frei laufenden Hund zum angeleinten.

Hund anleinen: Es gibt so viele Gründe

Dass ein Hund angeleint ist kann vieles und muss gar nichts bedeuten. Er kann krank sein, verletzt, mürrisch, aggressiv, ängstlich, panisch, neu beim Halter, es kann auch sein, dass es gar nicht sein Hund ist und er ihn nur ausführt – er kann Flöhe haben, er kann üben, etc. – es kann aber auch einfach nur sein, dass er an der Leine ist. Ganz ohne Grund. Und wenn man einen Hund an der Leine trifft, dann lässt man seinen eigenen nicht ran – und wenn man gebeten wird, seinen Hund ran zurufen, dann macht man das auch.

Es gibt keinen Grund, der Bitte, man möge den Hund anleinen, nicht nachzukommen. Doch! Einen gibt es – der eigene Hund gehorcht nicht, und man möchte nicht, dass ersichtlich wird, dass der Hund auf “Komm” einem erst mal die Stinkepfote zeigt.

Diesen Beitrag habe ich auf der u.a. Internetseite gefunden und stimme diesem Artikel voll zu; denn auch all zu oft gibt es freilaufende Hunde, die unser Training dadurch stören!

Ich habe Teile des Beitrages der unten angegebenen Quelle verwendet.

Quellenangabe: Gefunden auf Der Homepage: bestehunde.de

 

 

 

 

Kastration ja oder nein? 

 

Das Thema Kastration beim Hund wird fast genauso emotional und heftig diskutiert wie die Themen Ernährung und Erziehung. Daher möchte ich dieses heute auch einmal aufgreifen und zeigen, wo hier die Grenzen zwischen Wahrheit und Legende liegen.

Es ist unzweifelhaft, dass Hormone unser aller Verhalten maßgeblich beeinflussen. Jeder hat das bereits an sich selbst und anderen erlebt, und selbstverständlich hängt auch das Verhalten anderer Säugetiere in hohem Maße mit dem Einfluss von Hormonen zusammen.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass eine Kastration Verhalten verändern kann. Die früher viel gerühmten positiven Veränderungen, im Sinne von „nach der Kastration wird ein Hund grundsätzlich ruhiger“ sucht man allerdings oft vergeblich, denn – wie könnte es anders sein bei so hoch entwickelten Lebewesen – auch hier funktioniert der Hundekörper nicht wie eine Maschine, bei der man eine lockere Schraube festdreht, und alles läuft wieder. Die biochemischen Prozesse im Körper und die Verhaltensänderungen, die durch eine Kastration folgen können, sind weit komplizierter. Sie sind abhängig von Alter, Geschlecht, Charakter, individueller Entwicklung, seelischer Reife und vielem mehr.

Insbesondere während des Erwachsenwerdens, der sogenannten Pubertät, toben sich im Körper eines jungen Hundes die Hormone manchmal regelrecht aus. Es kommt zu Stimmungsschwankungen, peinlichem Herumprollen und größenwahnsinniger Selbstüberschätzung, die von Phasen extremer Unsicherheit gefolgt sein können. Na, erkennt ihr euch selbst als Teenager oder eure pubertierenden Kinder eventuell wieder? Ja, so waren wir alle, so sind Heranwachsende nun einmal, und auch unsere Hunde stellen hier keine Ausnahme dar.

Leider kommt bereits in diesem zarten Alter beim Anblick so eines pubertierenden und von Hormonschwankungen geplagten Junghundes aus allen Ecken der Rat: „Lass den doch kastrieren, dann wird er ruhiger und prollt nicht mehr die anderen Rüden an.“ Kommen die verunsicherten Hundebesitzer diesem Rat nach, hat das für den Hund oft fatale Folgen, denn wir müssen eines wissen: Die Sexualhormone, die durch eine Kastration reduziert werden, wirken sich nicht nur auf das Sexualverhalten aus, sondern sie beeinflussen auch andere Stoffwechselvorgänge und Organe. Sie sind für die Reifung des Gehirns ebenso wichtig wie für die Ausbildung einer vernünftigen Knochensubstanz. Insbesondere ein Hund im Wachstum braucht die Sexualhormone, um körperlich und geistig zu reifen.

Viele Eltern leiden enorm unter den emotionalen Ausbrüchen ihrer pubertierenden Kinder. Dennoch käme hier niemand auf die Idee zu sagen: „Lass den Lukas doch kastrieren, dann wird er viel ruhiger.“ Es ist völlig absurd zu denken, dass ausgerechnet diese Maßnahme dem Jungen helfen wird, in seinem Leben besser zurechtzukommen. Im Gegenteil, es würde für ihn alles noch viel schwieriger machen. Genauso ist es auch bei unseren Hunden. Früh kastrierte Rüden leiden oft unter sozialer Unsicherheit, weil ihre emotionale und geistige Reife verzögert wurde und sie aufgrund ihres Kastratengeruchs von anderen Hunden nicht für voll genommen werden.

Jetzt kommt wieder der Mensch und sagt: „Ist doch prima. Mir ist es lieber, mein Hund ist ein ewiges Mobbingopfer, als dass er derjenige ist, der die anderen Hunde ständig provoziert.“

Ja, aus menschlicher Sicht mag das ganz prima sein. Den Hund fragt mal wieder keiner.

Bei Hündinnen wirkt sich die Kastration oft kaum auf das Verhalten aus, was daran liegt, dass die Hündin durch ihren Läufigkeitszyklus immer wieder auch Phasen geringer hormoneller Aktivität durchlebt. Eine kastrierte Hündin verhält sich meist in etwa so wie sie sich vorher in der Mitte zwischen zwei Läufigkeiten verhalten hat.

Manche Hündinnen haben etwas zu viel Testosteron abbekommen. Das kann z.B. passieren, wenn die Hündin im Mutterleib zwischen zwei Brüdern lag. Diese Hündinnen heben oft das Bein wie Rüden und pöbeln sowohl Rüden als auch Hündinnen gerne an. Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel. Hier sollte man sich gut überlegen, ob man diese Hündin kastrieren lassen und dadurch die weiblichen Hormone, die sie hat, noch stärker dämpfen will. Der Schuss könnte nach hinten losgehen.

Es gibt allgemein betrachtet keine besonderen positiven Auswirkungen, die die Kastration einer Hündin auf deren Verhalten hat, es sei denn, sie zeigt sich während der Phase der stärkeren hormonellen Aktivität, also rund um die Läufigkeit herum, auffallend aggressiv oder unruhig. Hier kann die Kastration helfen. Unumgänglich ist die Kastration natürlich auch, wenn eine Gebärmutterentzündung vorliegt, und auch bei häufig wiederkehrenden Scheinträchtigkeiten und zyklusbedingten Depressionen ist sie eine Überlegung wert. Liegen solche Gründe aber nicht vor, rate ich eher davon ab, denn es ist einfach eine sehr unangenehme und schmerzhafte Operation, die ich meinem Hund nicht grundlos zumuten würde.

Zurück zum Rüden. Nicht nur bei früh kastrierten Rüden können sich Unsicherheiten entwickeln. Viele Rüden brauchen Testosteron, um Selbstbewusstsein und Souveränität zu erlangen. Bitte macht nicht den Fehler, den die Uralt-Hundetrainer machen, wenn sie sagen: „Ich will keinen selbstbewussten Rüden, der ist dann bloß dominant und aggressiv.“ Das ist Quatsch. Ein selbstbewusster Hund hat es gar nicht nötig, aggressiv zu sein. Und dass Dominanz keine Charaktereigenschaft ist, habe ich auch schon sehr oft beschrieben.

Die Ursache von Aggressionen unter Hunden ist im Gegenteil in den allermeisten Fällen soziale oder situative Unsicherheit. Und genau das ist die häufigste Nebenwirkung einer Kastration beim Rüden. Selbst erwachsene Rüden entwickeln oft nach einer Kastration Unsicherheiten und fangen auf einmal an, andere Hunde anzupöbeln.

Wann aber macht die Kastration eines Rüden Sinn? Von medizinischen Gründen abgesehen kann die Kastration einem Rüden helfen, der in einer Gegend mit sehr vielen Hündinnen lebt, die alle Nase lang läufig werden. Denn es kommt durchaus vor, dass der ständige Geruch läufiger Hündinnen, an die der Rüde nicht herankommt, für ihn starken Stress bedeutet. Dauerhafter Stress wiederum macht krank. Hier kann eine Kastration hilfreich sein, um dem Hund wieder mehr Lebensqualität zu geben. Das ist aber eine individuelle Entscheidung, denn es gibt durchaus Rüden, die ganz genau wissen, wann eine Hündin wirklich paarungsbereit ist, und die dann auch nur in diesen drei, vier Tagen überhaupt Interesse an der Hündin zeigen. Die haben dementsprechend auch weniger Stress. Und man sollte mit so einer Diagnose unbedingt warten, bis der Rüde erwachsen ist, denn der Testosteronüberschuss eines Junghundes kann sich auch von selbst wieder einpendeln.

Wenn ein unkastrierter Rüde und eine unkastrierte Hündin zusammenleben, bietet es sich an, einen von beiden kastrieren zu lassen, um ungewolltem Nachwuchs vorzubeugen. Die Tierheime sind schließlich schon voll genug.

Das war es nun aber auch schon mit den Gründen. Markierverhalten, Territorialverhalten, gelegentliches Konkurrenzverhalten gegenüber anderen Rüden, der Hass auf einen bestimmten Erzfeind oder auch die lästigen Läufigkeiten der Hündin, oder vielleicht sogar nur „weil das in unserer Familie schon immer gemacht wurde“ oder „weil mein Tierarzt das empfohlen hat, ich weiß auch nicht, wieso“ – all die Gründe, die manche Menschen dazu bewegen, ihre Hunde kastrieren zu lassen, sind in meinen Augen sehr bedenklich.

Es ist Normalverhalten eines Hundes zu markieren, gegenüber anderen Rüden ein bisschen herumzuprollen und um eine Hündin zu streiten, sein Territorium zu verteidigen oder auch mal seine schlechte Laune rauszulassen. So machen das Männer halt, und Frauen manchmal auch; deswegen lassen wir sie doch nicht alle kastrieren, wo kämen wir denn da hin?

Und wenn wir zu faul sind, unsere Hündin zweimal im Jahr ein paar Wochen lang an der Leine zu führen und zu beaufsichtigen, dann sind wir vielleicht auch insgesamt nicht besonders gut als Hundehalter geeignet. Ein Hund bedeutet nun einmal nicht nur Freude, sondern auch Arbeit und Verantwortung. Das gehört dazu, und das kann man nicht wegoperieren lassen.

Ich bin ganz und gar kein absoluter Kastrationsgegner. Es gibt gute Gründe für eine Kastration. Es gibt aber auch gute Gründe, die dagegen sprechen, und man sollte sich diesen Eingriff immer gut überlegen. Denn mit der Kastration wird dem Hund nicht nur ein Organ genommen, sondern es werden hormonelle Vorgänge verändert, die sein Verhalten beeinflussen und seine Identität und sein Wesen ändern können. Und das leider nicht immer zu seinem Vorteil.

(Inga Jung, Februar 2015)

 

WIRTSCHAFTSFAKTOR AUSLANDSHUND

Man mag es kaum glauben, aber der Auslandshund wird zu einem ernst zu nehmenden Wirtschaftsfaktor. Es ist in Mode einen ehemaligen Straßenhund ein Sofa zu geben und immer mehr Vierbeiner, die die Mühlen des Auslandtierschutzes überlebt haben, ziehen in deutsche oder österreichische Wohnzimmer ein, ob sie das nun wollen oder nicht.

Nun, wer verdient aller am Auslandshund?

Zuerst wären da die Menschen im Ausland selbst, sei es dass sie bereits für den Tierschutz vermehren, sei es dass sie entdeckt haben, dass man einen Tötungshund auch etwas teurer vergeben kann, als es im Land üblich ist.

Dann wären da die Vereine, gleich vorweg, nicht jeder tut das, aber manche tun das sehr professionell – Auslandshunde verkaufen. Es geht ganz einfach, man macht einen Vertrag mit einer oder mehrerer Tötungsstationen und preist diese Hunde mit der Masche Mitleid an. Funktioniert so gut wie immer, vor allem auf Facebook, wer selbst keinen Platz mehr zu Hause hat, teilt wenigstens die traurigen Bilder und fühlt sich als Tierschützer – und das ist ja ein gutes Gefühl.

Einer jener Vereine, der das aktuell ausgesprochen professionell macht, ist Streunerparadies. In Verbindung mit der Seite „Gegen Tierquälerei“ haben sie eine respektable Internetpräsenz geschaffen, selbst wenn man die (Achtung Unterstellung) gekauften Likes abzieht, bleiben genug Multiplikatoren übrig um die „armen Hunde“ auch noch auf die entfernteste Timeline des Social Networks zu befördern. Da helfen auch die Seiten und Gruppen nichts, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, dem Treiben von Streunerparadies ein Ende zu setzen. Und auch die hilflosen Versuche einer kleinen Internetseite die sich angeblich dem Thema Tierschutz verschrieben hat und lautstark gegen Streunerparadies wettert, wird vermutlich wenig bis nichts erreichen. Im Gegenteil, so rührend die Bemühungen auch sind, sie werden zu weiteren Multiplikatoren und tragen so eher zur Bekanntheit von Streunerparadies bei. Würden sie sich mehr auf die Recherche konzentrieren und weniger auf die „Hetze“, dann wären sie vermutlich erfolgreicher, vielleicht wüssten sie dann schon und könnten auch belegen, dass es das ungarische Tierheim dieses Vereins, in Ungarn wenigstens, gar nicht geben soll.

Für Streunerparadies sind die Auslandshunde jedenfalls ein gutes Geschäft, das unterstellen wir mal frei von der Leber weg. Billig eingekauft, billig, wenn auch vermutlich nicht tierschutzgerecht transportiert, teurer weitergegeben, bringen die unglücklichen Vierbeiner viel Geld. Was mit dem verdienten Geld passiert, dazu gibt Streunerparadies keine wirkliche Auskunft.

Die Verkaufsargumente sind gut, billiger als ein Rassehund, etwa so teuer wie ein Vermehrerhund, aber mit dem Etikett „Tierschutz“, das zieht, man kauft günstig einen Hund und fühlt sich besser. Das erklärt, warum Streuner die zu Sofahunden werden, immer beliebter werden. Vor dem Kauf liest niemand das Kleingedruckte. Da würde stehen: Achtung wird vermutlich teuer beim Tierarzt und hat auch die eine oder andere kleinere Macke. Tierärzte und Hundetrainer kosten Geld, das stellt der stolze Besitzer im Laufe der Zeit fest.

Tierärzte verdienen gut daran, dass es den Auslandshund gibt. Nicht alle, aber einige der Vierbeiner haben Leiden, die regelmäßige Besuche notwendig machen. Und meist hat man sich dann schon so sehr an den pelzigen Freund gewöhnt, dass man ihn nicht mehr hergeben will.

Manchmal hat der Hund aber auch das eine oder andere Verhaltensproblem, was aufgrund der Behandlung die ihm vorher zu Teil wurde, wenig verwunderlich ist. Hunde die im Vermittlungstext als Familienfreundlich beschrieben wurden, haben ihre Familie auch schon mal zum Fressen gern. Oder Hunde die als eher schüchtern und zurückhaltend beschrieben wurden, sind wahre Houdinis und büchsen bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus. Mancher Sofahund, liebt dieses vor allem in seinen Einzelteilen. Da überlegt man sich dann schon, einen Hundetrainer aufzusuchen.

Hundetrainer sind über diese Entwicklung nicht wirklich unglücklich, denn an einem Auslandshund arbeitet man einige Zeit, bis er wirkliche Familien-und Stadttauglich geworden ist. Es gibt sogar findige Webseiten, die sich schon darauf spezialisiert haben Auslandshunde zu „therapieren“ – you go the point?

Wir haben tatsächlich eine Webseite gefunden die Seminare und Vorträge, speziell für den Auslandshund anbietet, ab 10€ ist man bei einem Vortrag dabei. Shop ist ebenfalls vorhanden, auch Auslandshunde brauchen Hundebettchen. Die Betreiberin hat ihre Erfahrungen als Pflegestelle erworben und vermutlich diese zu einem Geschäftsmodell ausgebaut.

Auf der Strecke bleibt bei diesen Entwicklungen der „ehrliche Auslandstierschutz“, den gibt es auch, aber er hat es mittlerweile sehr schwer. Es gibt zu viele Skandale die Auffliegen, es gibt zu viele Transporte auf denen Hunde sterben, zu oft taucht in Gruppen das Thema entlaufener Hund auf, oder es beschwert sich eine völlig überlastete Pflegestelle und plaudert aus dem Nähkästchen. Und auch Menschen, die es gut meinten, die aus Überzeugung einen Auslandshund genommen haben, noch bevor es Mode wurde, schreiben ihre Erfahrungen im Netz nieder.

Die Hunde bleiben sowieso auf der Strecke, in den letzten 20 Jahren, so lange gibt es den Auslandstierschutz etwa in der heutigen Form, wurde viel zu wenig vor Ort verändert. Sterilisierungen werden kaum vorgenommen, Kastrationsprojekte laufen erst seit einigen Jahren. Hätte, man die 20 Jahre anders genutzt, dann wären einige große Tiertragödien, wie zum Beispiel in Rumänien, nicht passiert. Man hätte, in der Anfangszeit wenigstens, vor Ort Strukturen aufbauen können, Kooperationen mit lokaler Bevölkerung und Behörden vor Ort. Das ist nicht passiert.

Warum? Nun vermutlich weil mehr als ein Tierschützer in einem Raum „Krieg“ bedeutet, es gibt kaum ein Völkchen das sich so leidenschaftlich streitet, wie die Tierschützer. Und dann gibt es noch jene „Tierschützer“, die zwar noch kein Tier geschützt, dafür aber umso mehr andere Tierschützer an den öffentlichen Pranger gestellt haben, und das mit einer Leidenschaft und einem Zeitaufwand, der anders eingesetzt, viel hätte verändern können. Daher gibt es mittlerweile schon den Begriff „Hausfrauentierschutz“, gemeint sind damit Menschen, die von der Materie wenig bis gar keine Ahnung haben, die seltenst vor Ort, in einer Tötung zum Beispiel, gewesen sind. Die ihre Informationen ausschließlich aus dem Netz beziehen oder per Telefon. Und die grundsätzlich aufgrund persönlicher Animositäten agieren, also nicht sachbezogen.

Rechtsanwälte verdienen ebenfalls daran, denn Tierschützer klagen einander leidenschaftlich gerne, es gibt auch in dieser Sparte bereits einige, die das erkannt und sich auf Tierschutz spezialisiert haben.

Text: DOGnews-die Seite

 

 

 

Locker bleiben und bloß keinen Stress!

 

Für so manchen Hundebesitzer ist es ein feststehender Glaubenssatz, dass man Hunde richtig auslasten müsse, ihnen sozusagen Action ohne Ende bieten sollte. Agility, Obedience, Dog-Dancing, Man-Trailing, Longieren - der Angebote gibt es viele und sie werden auch zunehmend wahrgenommen. Von Kindesbeinen an ist der Hund eingebunden: Welpengarten, Junghundetraining, Fortgeschrittenenkurs. Der moderne und verantwortungsbewusste Hundehalter ist bestens informiert, hat eine ganze Bibliothek an Fachliteratur und ist in diversen Internetforen aktiv. Kurz: Man - und da nehme ich mich nicht aus - will das Beste für seinen Hund! Schließlich gilt der Satz: Für uns sind es nur ein paar Jahre, für ihn sein ganzes Leben. Aber: Schießen wir eventuell über das Ziel hinaus? Kann man auch zu viel machen?

Auch wir Tierärzte empfehlen seit Jahren, möglichst viel Mühe und Zeit in den Hund zu investieren. Wir waren maßgeblich daran beteiligt, das Welpengarten-Konzept im öffentlichen Bewusstsein zu etablieren. Auch wir haben brav anerkannten und selbsternannten Verhaltensspezialisten nachgeplappert, dass es ganz sicher ein übles Ende nehmen würde, wenn beispielsweise ein Border Collie nicht von morgens bis abends voll ausgelastet und gefordert wird. Sogenannte Hundeflüsterer wie Cesar Millan fordern stundenlange Spaziergänge (oder sollte ich sagen: Märsche?) in flottem Tempo mit dem angeleinten Hund. Eine ganze Industrie beschäftigt sich inzwischen mit der Erziehung, der artgerechten Beschäftigung und Bespaßung unserer Hunde.


Im Gegenzug, sozusagen als Rendite auf unsere Investition, erwarten wir von unserem Hund nichts weniger als Perfektion. Fröhlich, verspielt, gar ausgelassen soll er sein, aber bitte nur wann und wo es uns und der Gesellschaft recht ist und in den Kram passt. Selbstbewusst und selbständig soll er sein, gleichzeitig aber sklavisch jeden noch so kleinen unserer Befehle befolgen. Perfekt sozialisiert hat er nach unseren ganzen Bemühungen zu sein, der ideale Pazifist, denn wenn er auch nur einmal einen Artgenossen anknurrt, geschweige denn ihn gar beißt, wird er flugs zum soziopathischen Problemhund erklärt, der nur durch umfangreiche Therapiemaßnahmen auf den Pfad der Tugend zurück gebracht werden kann.


Gehen wir eventuell zu weit? Verlangen wir zu viel? Kann es sein, dass wir mit den besten Absichten an den echten Bedürfnissen unserer Hunde vorbei handeln? Es ist nämlich leider so, dass ich ganz subjektiv das Gefühl habe, in meiner Praxis in den letzten Jahren nicht weniger, sondern eher mehr Hunde mit psychischen Problemen zu sehen. Gerade Stress- und Angststörungen scheinen deutlich zuzunehmen, und das ausgerechnet bei den Hunden, wo auf den ersten Blick alles richtig gemacht worden ist.


Es mag also an der Zeit sein, unsere Vorstellungen von dem, was unser Hund will bzw. braucht, auf den Prüfstand zu stellen. Diesbezüglich als hilfreich könnte sich erweisen, dass die Canidenforschung in den letzten Jahren ihren Blick vermehrt auf das Verhalten und die Sozialstrukturen von Straßenhunden gerichtet hat. Was ist dabei herausgefunden worden? Nun, in erster Linie, dass Hunde, die selbstbestimmt leben, über den Tag gesehen gar nicht besonders viel unternehmen und energieraubenden Anstrengungen eher abhold sind. Klar, bestimmte Dinge müssen sein, als da wären:


- Das Revier muss täglich abgeschritten werden, um die Kontrolle über Futterquellen zu behalten, Konkurrenten zu identifizieren und eventuelle Gelegenheiten zur Weitergabe der eigenen Gene rechtzeitig wahrzunehmen. Dieser Reviergang findet aber keineswegs im Laufschritt statt, sondern eher gemächlich, mit sehr viel Nasenarbeit, sprich Schnüffeln.


- Die Nahrungsversorgung muss sichergestellt werden. Es wird also einiges an Zeit für den Nahrungserwerb und die Zerkleinerung und Aufnahme der Nahrung aufgewendet.


- Bei ausreichendem Nahrungsangebot wird auch mal kurz gespielt, je jünger die Tiere, desto eher.


- Soziale Interaktionen mit anderen Hunden sind gar nicht so häufig wie man denken würde. Andere Hunde können als Konkurrenten (häufig), potenzielle Sexualpartner (schon seltener) oder als Kumpel / Freunde / Spielgefährten wahrgenommen werden. Es werden keine permanenten Rudelstrukturen gebildet!


- Der Rest der Zeit wird mit Ruhen und Schlafen verbracht. Wobei Rest der falsche Ausdruck ist, denn mit bis zu 18 Stunden (!) handelt es sich dabei eigentlich um den Löwenanteil des Tages.


Was also können wir für den Alltag mit unseren Hunden für Schlüsse ziehen?


- Viel Ruhe! Viel mehr Ruhe, als wir Menschen uns je gönnen würden. Und auch wirklich Ruhe in dem Sinne, dass der Hund Gelegenheit hat, sich an einen geeigneten Platz zurückzuziehen.


- Spaziergänge (in den Augen des Hundes: Revierkontrollgänge) sollten weniger nach zurückgelegter Strecke als nach Gründlichkeit bemessen werden. Der Hund sollte Gelegenheit bekommen, sein Revier ausgiebig mit der Nase zu erkunden. Also besser nicht immer strammen Schrittes weiter, sondern sich mehr nach dem Hund richten, ganz besonders, wenn er angeleint ist. Nasenarbeit ist Kopfarbeit und sehr beanspruchend für den Hund.


- Ein Hund muss keineswegs mit allen anderen Hunden zurecht kommen, ohne dass es mal ruppig wird. Andere Hunde sind in seinen Augen in erster Linie Konkurrenten. Hat man ein Exemplar, das dieses Thema ernster nimmt als andere, so sollte man sich nicht einreden lassen, dass es falsch wäre, den Kontakt zu anderen Hunden je nach eigenem Bauchgefühl auch mal nicht zuzulassen oder zu unterbinden. Der weit verbreitete Glaube, die Hunde würden das schon unter sich regeln, hat schon oft zu Tränen, Tierarztbesuchen und Gerichtsstreitigkeiten geführt. Wenn sie (die Hunde) es nämlich tatsächlich arttypisch, also mit den Zähnen, selber regeln, wird das blutige Ergebnis meist gerade von denen, die vorher so locker drauf waren, ganz und gar nicht akzeptiert.


- Überbeschäftigen Sie Ihren Hund nicht! Agility, Mantrailing, Rettungshundearbeit, Flyball, Coursing, Frisbee usw. - das ist alles gut und recht, aber nur solange es nicht eher der Befriedigung des eigenen Ehrgeizes dient als dem Hund. Die Hunde an sich brauchen nicht so viel Action wie wir glauben oder auch glauben gemacht werden. Nehmen wir als Beispiel den berühmten Border Collie, der ja angeblich mehrere Stunden am Tag beschäftigt werden muss, damit er keinen gefährlichen Koller bekommt. Das soll daran liegen, dass er in seiner Heimatregion als hochspezialisierter Hütehund eingesetzt wird und den ganzen Tag vom Schäfer über eine Vielzahl von Pfeifsignalen entsprechend dirigiert wird. Es stimmt schon: Das ist geistige und körperliche Schwerstarbeit. Aber müssen wir das auch nur annähernd kopieren, um diesen Hund zufriedenzustellen? Was macht denn eigentlich ein Border Collie im Winter, wenn die Schafe unter Dach und Fach sind und nicht gehütet werden müssen? Na ja, als typischer Saisonarbeiter ist er in dieser Zeit arbeitslos. Da macht er es im Idealfall wie ein italienischer Straßenhund: Um die Häuser ziehen, was zu knabbern suchen, nach den Mädels oder Jungs sehen und ansonsten rumliegen oder schlafen. Bekommt er deswegen einen Koller? Nö! Einen Koller bekommt er mit viel höherer Wahrscheinlichkeit, wenn er mit bestimmten Tätigkeiten angefixt bzw. angeheizt wird. Dann hat er (wie auch beispielsweise viele Terrier) ganz klar das Zeug zum hyperaktiven Action-Junkie, der gar keine Ruhe mehr findet und schließlich mit psychischen Problemen zu kämpfen hat.


-Übererziehen Sie Ihren Hund nicht! Es sind doch eigentlich ein paar ganz wenige Signale, Befehle, Kommandos, Anweisungen (suchen Sie sich aus, welcher Begriff Ihnen am besten gefällt), die der Hund unbedingt drauf haben sollte, damit er sicher und gesellschaftsfähig geführt werden kann. Wenn sie ihn zwischendurch auch mal ableinen wollen, muss er auf Signal oder Zuruf zuverlässig zu Ihnen zurückkommen. Angeleint oder nicht sollte er in der Lage sein, sich nah bei Ihnen von Punkt A nach Punkt B zu bewegen. Er sollte sich auf Ihre Anweisung hinsetzen oder hinlegen und an dem gewählten Platz auch mal für eine gewisse Zeit bleiben können. Das war's eigentlich schon. Natürlich spricht gar nichts dagegen, dem Hund zum Vergnügen im Lauf der Zeit noch einiges mehr beizubringen, aber machen Sie keinen Stress draus.


Damit wir uns richtig verstehen: Dies soll kein Plädoyer dafür sein, beiden Seiten, also Hund und Besitzer, Freude bereitende Aktivitäten wie Spiel, Sport, Wandern, Schwimmen oder was auch immer einzustellen. Wir sollten meiner Meinung nach nur immer wieder darüber nachdenken, ob wir eventuell unseren eigenen überhektischen Lebensstil und uns von anderen eingeredete und reichlich überzogene Erwartungshaltungen auf den Hund übertragen und ihn damit rettungslos überfordern. Deshalb: Locker bleiben und bloß keinen Stress!


In diesem Sinne, bleiben Sie uns gewogen, Ihr


Ralph Rückert


 


© Kleintierpraxis Ralph Rückert, Bei den Quellen 16, 89077 Ulm / Söflingen

Hund entlaufen?
eine kleine "to do" Liste stichpunktartig für euch wenn der Hund weg läuft, egal ob aus dem Garten oder beim Spaziergang. Denn was ist dann zu tun? 
- zu aller erst Polizei, Tierheime, Jäger und vll. auch Tierärzte informieren (gut wäre wenn der Hund natürlich gechipt und registriert ist)
- über FB gibt es die Seiten wie Hunde Suchmeldungen und Vermisste Hunde, da bitte auch Info geben, um so möglichst viele Leute aufmerksam machen zu können
- eine Futterstelle einrichten von wo der Hund weg ist und den Zugang dahin offen lassen falls mit Zaun/Tor schließbar
- sofort eine große Suchaktion zu starten macht wenig Sinn, oft treibt man so den Hund eher weiter weg von dem Gebiet wo er sich aufhält
- es sollte möglichst immer jemand vor Ort sein von wo der Hund weggelaufen ist, um in Falle einer Sichtung den Hund locken zu können, am besten mit Futter oder seinen Lieblings Spielzeug. Nie hinterherlaufen
- Normal gehen die Hunde wirklich auf ihrer eigenen Spur zurück von da wo sie abgehauen sind
- Auch Bekannte, Freunde, Nachbarn informieren, falls jemand sich in der Nähe aufhält oder sogar mit seinen eigenen Hund da gassi geht
- falls der Hund nach 24Std. noch nicht gesehen oder aufgetaucht ist, kann man weitere Schritte einleiten wie Flugblätter verteilen, Suchaktion im Umkreis von 5km, einen ausgebildeten Suchhund ansetzen etc.
Ich hoffe ich konnte euch so eine kleine Hilfestellung geben was zu tun ist wenn...Natürlich wünsche ich mir das keiner von euch in solch Situation kommt.

 

 

 


Brut- Setzeit


1. April - 15. Juli
Zum Schütz wild lebender Tiere ist es wichtig, dass wir in dieser Zeit ganz besonders auf unserer Hunde achten. Der Nachwuchs, der vor allem im Frühjahr zu Welt kommt, wird nicht nur in Höhlen oder auf Bäumen geboren und großgezogen, sondern oft auch in Bodennähe oder direkt auf der Erde. Vor allem junge Hasen, Rebhühner, andere Bodenbrüter und Rehkitze sind zu dieser Zeit ihren Feinden direkt ausgesetzt. Auch wenn viele Hunde die Tiere nicht direkt jagen so erschrecken die Elterntiere oft schon durch die Witterung des Hundes und vernachlässigen dadurch ihren Nachwuchs. Für die Brut bedeutet das nicht selten den sicheren Tod.
Hunde sollten besonders in dieser Zeit auf den Wegen bleiben und nicht im Unterholz stöbern oder über offene Wiesen laufen.